Erinnern und aus der Geschichte lernen

Der Bund der Vertriebenen Rheinland-Pfalz kritisiert Lehrpläne   

Der Landesverband des BdV nutzt den Schuljahresbeginn um auf die Bedeutung des Themenfelds „Flucht und Vertreibung“ für die Lehrpläne in den rheinland-pfälzischen Schulen hinzuweisen.

„Bedauerlicherweise wird „Flucht und Vertreibung“ im Unterricht an rheinland-pfälzischen Schulen oftmals nur am Rande behandelt, obwohl das Thema die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler unmittelbar berührt, denn viele Familien haben Vertriebenenschicksale.“, so der Vorsitzende des Verbandes, Tobias Meyer. Zwar gebe es an verschiedenen Stellen Verweise zum Themenfeld „Flucht und Vertreibung“ – jedoch gehe das in der Unterrichtspraxis oftmals unter und finde zu wenig Berücksichtigung.

Während es beispielsweise im hessischen Lehrplan explizite Bezüge auch zur Charta der Heimatvertriebenen gibt, die Schicksale der Vertriebenen gewürdigt und das erlittene Unrecht an sich mit im Fokus der Betrachtung steht, wird die Vertriebenenproblematik in Rheinland-Pfalz nur beispielhaft im Zusammenhang mit den Kriegsfolgen und in Hinblick auf die deutsch-polnischen Beziehungen beleuchtet.

„Die rheinland-pfälzischen Schülerinnen und Schüler wachsen auf in einem vereinten Europa. Um seine eigene Identität zu finden muss man seine Geschichte kennen. Es bedarf dazu zum Einen einer Auseinandersetzung mit den Gräueltaten des Nationalsozialismus, zum Anderen aber auch der historischen Betrachtung des Unrechts, das den Deutschen in den ehemaligen Siedlungsgebieten in Mittel- und Osteuropa widerfahren ist.“, so Meyer. Auch zukünftig wird sich der Bund der Vertriebenen in Gesprächen mit den politisch Verantwortlichen für eine stärkere Einbeziehung solcher Aspekte in den Unterricht einsetzen.