Bund der Vertriebenen Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.

Generationswechsel beim Bund der Vertriebenen Rheinland-Pfalz

Mit der Wahl des 38jährigen Tobias Meyer (Haßloch/Pfalz) zum Landesvorsitzenden des Bundes der Vertriebenen vollzieht der Landesverband einen Generationswechsel.

Dr. Wolfgang Thüne, langjähriger Vorsitzender des Verbands, trat nicht mehr zur Wiederwahl an. Der scheidende Vorsitzende, der die Landmannschaft der Ostpreußen vertritt, wurde von den Anwesenden zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Dem dreifachen Familienvater Meyer, der Mitglied der Landsmannschaft der Donaudeutschen ist und dessen Familie nach dem 2.Weltkrieg aus Ungarn vertrieben wurde, wurden mit Valentina Dederer (Kaiserslautern, LmDR) und Nikolaus Poppitz (Mainz, BdV) zwei Stellvertreter zur Seite gestellt. Kai Thomas (BdV Germersheim) ist mit der Schriftführung beauftragt. Als Beisitzer fungieren Karl Feller (Gau- Algesheim, Bauernverband im BdV), Nikolai Karheiding (Gustavsburg, Landsmannschaft der Deutschbalten), Konrad Neitzel (Bad Kreuznach, Landsmannschaft Pommern), Prof. Dr. Michael Pietsch (Mainz, Landsmannschaft der Schlesier) und Georg Schmalz (Landau, Landsmannschaft der Deutschen aus Russland).

Der Bund der Vertriebenen vertritt neben den Heimatvertriebenen, die ihre angestammte Heimat nach 1945 verlassen musste, auch die Millionen Deutschen aus Russland, die ab den 1990er-Jahren nach Deutschland gekommen sind. „Aus Erfahrung wissen wir, dass Integration eine Mammutaufgabe ist. Gerne unterstützen wir die Verantwortlichen auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene bei Ihren Bemühungen und bringen uns ein, wo wir gebraucht werden.“, so Meyer.

Darüber hinaus müsse es auch in Zukunft Ziel des BdV sein, an der historischen Aufarbeitung der Vertreibung teilzunehmen. „Wenn in Stadträten – wie in Koblenz geschehen – historisch unsaubere Verknüpfungen zwischen Donauschwaben und Waffen-SS gezogen werden, dann muss sich der Bund der Vertriebenen zu Wort melden.“ Ähnlich sieht Meyer auch die Diskussion über einen landesweiten Gedenktag für die Opfer von Vertreibung, wie es ihn beispielsweise in Bayern oder Hessen bereits gibt. „Hier müssen wir auf die politischen Parteien zu gehen und für die Wichtigkeit des Gedenktags werben.“, so Meyer.

Ein Generationswechsel bringe mit sich, dass man den Blick verstärkt in die Zukunft richten werde. „Den Heimatvertriebenen und ihren Nachkommen kommt eine besondere Verantwortung für die Zukunft zu: Sie haben spüren müssen, wozu Krieg und Unfrieden in Europa und darüber hinaus führt. Insofern werben wir ganz besonders für ein friedliches Europa der Völker“, so der neu gewählte Vorsitzende. „Unsere Mitglieder haben auch erfahren müssen, welche totalitären und verbrecherischen Auswirkungen der Marxismus mit all seinen stalinistischen und kommunistischen Facetten mit sich bringt. Unerträglich ist für uns daher, dass nunmehr in Trier eine neue Statue für Karl Marx errichtet werden soll. Das ist eine Verhöhnung der Opfer der kommunistischen Systeme im Osteuropa des 20.Jahrhunderts.“