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Gedenkfeier für die Opfer von Vertreibung und Krieg in Landau

Landau 25. November 2018

Die Donaudeutsche Landsmannschaft Rheinland-Pfalz hatte auch in diesem Jahr zur zentralen Gedenkfeier für die Opfer von Vertreibung und Krieg nach Landau geladen. Am dortigen Gedenkstein erinnern sich die Donaudeutschen seit vielen Jahrzehnten ihrer Verstorbenen.

In Anwesenheit der Landtagsabgeordneten Christine Schneider, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, erinnerte der Landesvorsitzende des Bundes der Vertriebenen, Tobias Meyer (Haßloch/Pfalz) an die Opfer von Kommunismus und Stalinismus. Er bedauerte, dass anlässlich der Feierlichkeiten zum 200.Geburtstag von Karl Marx in Trier keinerlei öffentliche Auseinandersetzung über die Greueltaten der marxistischen Regime in Osteuropa nach 1945 stattgefunden habe.

Gemeinsam mit dem Landesvorsitzenden der Donaudeutschen in Rheinland-Pfalz, Paul Nägl (Speyer), gedachte man der nahezu 150.000 Toten, die die aus dem heutigen Serbien, Kroatien, Ungarn und Rumänien vertriebenen Deutschen zu beklagen haben. Hinzu kommen Tausende von Landsleuten, die an Körper und Seele durch Krieg, Verschleppung und Hunger Schaden gelitten haben. Im Mittelpunkt der Gedenkfeier stand zudem die Erinnerung an die Auflösung der Zwangs- und Vernichtungslager in Jugoslawien vor 70 Jahren.

Meyer rief die Anwesenden auf über das Erlebte zu sprechen um den zukünftigen Generationen vor Augen zu halten, was der Donaudeutschen Volksgruppe widerfahren ist.

Bilder:

Der Landesvorsitzende des Bundes der Vertriebenen, Tobias Meyer, erinnert an die Opfer von Vertreibung und Krieg.

Paul Nägl, Landesvorsitzender der Donaudeutschen Landsmannschaft, gedenkt der Verstorbenen seiner Landsmannschaft.

Seit vielen Jahren Ort des Gedenkens: Der Gedenkstein auf dem Friedhof von Landau/Pfalz.

Goldene Ehrennadel für Dr. Wolfgang Thüne

In seinem Haus in Oppenheim nahm der langjährige Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen in Rheinland- Pfalz, Dr. phil. Wolfgang Thüne, die „Goldene Ehrennadel“ des Bundes der Vertriebenen aus den Händen seines Nachfolgers, Tobias Meyer, entgegen.


Bei bester Laune und, nach krankheitsbedingten Rückschlägen, inzwischen wieder guter Gesundheit freute sich Dr. Thüne über die Auszeichnung, die vom Bundesverband des Bundes der Vertriebenen verliehen wird.


Dr. Thüne wurde 1943 in Rastenburg/Ostpreußen geboren. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde er als Wettermoderator des ZDF in den Jahren 1971 bis 1986. Im April 2018 hatte Thüne sich, nach mehr als zwei Jahrzehnten an der Spitze des Verbandes, vom Landesvorsitz des Bundes der Vertriebenen zurück  gezogen, um „einen Generationswechsel einzuleiten, der im BdV auf allen Ebenen notwendig ist“.


Der Landesvorsitzende Tobias Meyer würdigte die außerordentlichen Leistungen Thünes und dankte ihm, stellvertretend auch für den Bundesvorsitzenden Dr. Bernd Fabritius, für sein  jahrzehntelanges Wirken im Dienste der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler.“In ganz hohem Maße hat sich Dr. Thüne um die Interessen der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler verdient gemacht.“, so Meyer. „Diese hohe Auszeichnung ist Ausdruck unserer Dankbarkeit und würdigt das Lebenswerk unseres langjährigen Vorsitzenden.“

 

Tobias Meyer
BDV-Landesvorsitzender Rheinland-Pfalz

Tag der Heimat

Bürgersaal des Stadthaus Germersheim, Kolpingplatz 3, 76726 Germersheim

Beginn ab 10:30

Eröffnung – Klavier und Gesang , Isabelle Kusari

Begrüßung –  Kai Thomas, Vorsitzender des OVGermersheim

 

 

 

 

 

 

 

Tanzeinlage –  Tanzgruppe, Edelweiss

Begrüßung – Tobias Meyer, Vorsitzender des Landesverbandes Rheinland-Pfalz

Liedvortrag – Kein schöner Land, Isabelle Kusari

Grußworte des Schirmherrn – Marcus Schaile, Bürgermeister der Stadt Germersheim

Liedvortrag Pommernlied – Wenn in stiller Stunde, Isabelle Kusari

Grußworte Gastredner

Christian Baldauf Mitglied des Landtag Rheinland-Pfalz , Fraktionsvorsitzender der CDU Rheinland-Pfalz

Liedvortrag – In einem kühlen Grunde, Isabelle Kusari

Festansprache – Alexander Schweitzer, MdL, Fraktionsvorsitzender der SPD im Landtag

Liedvortrag  – Land der dunklen Wälder Isabelle Kusari

Tanzbeitrag  – Tanzgruppe Lydia Neder

Verabschiedung Ehrung des ehemaligen Landesvorsitzenden – Dr. Wolfgang Thüne

Nationalhymne Gemeinsames Singen mit Klavierbegleitung

Ende gegen 13 Uhr

 

 

 

Erinnern und aus der Geschichte lernen

Der Bund der Vertriebenen Rheinland-Pfalz kritisiert Lehrpläne   

Der Landesverband des BdV nutzt den Schuljahresbeginn um auf die Bedeutung des Themenfelds „Flucht und Vertreibung“ für die Lehrpläne in den rheinland-pfälzischen Schulen hinzuweisen.

„Bedauerlicherweise wird „Flucht und Vertreibung“ im Unterricht an rheinland-pfälzischen Schulen oftmals nur am Rande behandelt, obwohl das Thema die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler unmittelbar berührt, denn viele Familien haben Vertriebenenschicksale.“, so der Vorsitzende des Verbandes, Tobias Meyer. Zwar gebe es an verschiedenen Stellen Verweise zum Themenfeld „Flucht und Vertreibung“ – jedoch gehe das in der Unterrichtspraxis oftmals unter und finde zu wenig Berücksichtigung.

Während es beispielsweise im hessischen Lehrplan explizite Bezüge auch zur Charta der Heimatvertriebenen gibt, die Schicksale der Vertriebenen gewürdigt und das erlittene Unrecht an sich mit im Fokus der Betrachtung steht, wird die Vertriebenenproblematik in Rheinland-Pfalz nur beispielhaft im Zusammenhang mit den Kriegsfolgen und in Hinblick auf die deutsch-polnischen Beziehungen beleuchtet.

„Die rheinland-pfälzischen Schülerinnen und Schüler wachsen auf in einem vereinten Europa. Um seine eigene Identität zu finden muss man seine Geschichte kennen. Es bedarf dazu zum Einen einer Auseinandersetzung mit den Gräueltaten des Nationalsozialismus, zum Anderen aber auch der historischen Betrachtung des Unrechts, das den Deutschen in den ehemaligen Siedlungsgebieten in Mittel- und Osteuropa widerfahren ist.“, so Meyer. Auch zukünftig wird sich der Bund der Vertriebenen in Gesprächen mit den politisch Verantwortlichen für eine stärkere Einbeziehung solcher Aspekte in den Unterricht einsetzen.

 

Eröffnungsrede zu Wanderausstellung in Haßloch

Liebe Gäste, sehr geehrte Damen und Herren,

es ist mir eine große Freude Sie am heutigen Tag zur Eröffnung der Ausstellung „Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart“ einerseits in meiner Funktion als Erster Beigeordneter der Gemeinde Haßloch und andererseits in meiner Funktion als Landesvorsitzender des Bundes der Vertriebenen, zu dem ja auch die Landsmannschaft der Deutschen auf Russland gehört, begrüßen zu dürfen.

Ich hatte Gelegenheit die Ausstellung bereits andernorts zu begutachten und möchte den Verantwortlichen für die Erarbeitung und Zusammenstellung dieser Ausstellung gratulieren. Ihnen und Ihren Mitstreitern wünsche ich, dass viele Bürgerinnen und Bürger, vor allem auch junge Menschen in den Schulen und an den Universitäten, diese Ausstellung besuchen.

Schon in Tafel 2, die den Schicksalsweg der Russlanddeutschen zum Inhalt hat, wird die historische Dimension deutlich, die dem Entstehen und dem Werdegang der Deutschen aus Russland zu Grunde liegt:

Auf Einladung der russischen Zarin Katharina, die bekanntlich selbst Deutsche war, wandern Deutsche nach Russland aus und bescheren den neu besiedelten Gebieten wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. Spätestens mit der Oktoberrevolution 1917 beginnt ein Zeitalter der Unterdrückung und Repression, gefolgt von Deportation und Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg. Der Niedergang des Realsozialismus eröffnet neue Möglichkeiten und bietet Gelegenheit zur Ausreise in die Bundesrepublik.

Insgesamt gehen die offiziellen Statistiken des Bundesinnenministeriums für die Zeit von 1950 bis 2012 von insgesamt 2,35 Millionen Aussiedlern und Spätaussiedlern aus der ehemaligen UdSSR aus. Geht man davon aus, dass die meisten von ihnen in Deutschland Familien gegründet haben, so liegt die Zahl derer, die man der Volksgruppe der Deutschen aus Russland zuordnen kann, wohl noch erheblich höher.

Die Deutschen aus Russland haben in den vergangenen Dekaden mit großem Fleiß an der Fortentwicklung unserer Bundesrepublik gearbeitet. Gemeinsam können wir dankbar sein für das Erreicht und stolz sein auf den erarbeiteten Wohlstand und unsere freie, weltoffenen Gesellschaft.

Mit Ihren Leistungen sind die Deutschen aus Russland ein wichtiger Bestandteil unseres Landes. Ihre Geschichte bereichert unser Land. Ihre historischen Erfahrungen in den Zeiten des Marxismus-Leninismus, ihre Unterdrückung und Unfreiheit, sind uns Mahnung und Ansporn zugleich, nicht nur Rechts- sondern auch Linksextremismus mit allen Mitteln des Rechtsstaats zu bekämpfen.

Mit großer Besorgnis beobachtet der Landesverband des Bundes der Vertriebenen daher die Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag von Karl Marx – mit Denkmaleinweihung – in Trier. Die Verantwortlichen in Trier und Mainz haben aus der Geschichte ganz offensichtlich nichts gelernt.

Eine nähere Betrachtung lohnt sich gleich in zweierlei Hinsicht: Viele Aussagen Marx‘ sind menschenverachtend und verurteilungswürdig. Wer politische, zeitgenössische Mitdenker, wie Ferdinand Lassalle, als „Jüdischen Nigger“[1] bezeichnet oder Völkern Osteuropas das Existenzrecht abspricht (Völkerabfall)[2], sollte kein Denkmal erhalten. Wer sich heute in ähnlicher Form äußern würde, würde zurecht in der Öffentlichkeit auf Schärfste gebrandmarkt.

Andererseits gilt der Blick der Umsetzung marxistischer Theorie in der realsozialistischen Praxis: Der Bund der Vertriebenen bedauert, dass bei all den Feierlichkeiten in Trier viel zu wenig über die historischen Ergebnisse der Marxschen Theorien gesprochen wird. Die millionenfache Vertreibung unserer Vorfahren aus den ehemaligen Siedlungsgebieten ist eine Folge der fanatischen Umsetzung der marxistischen Lehre und hat unendliches Leid über Millionen von Familien gebracht. Wir fordern hier seitens der Verantwortlichen in Trier und Mainz eine angemessene, kritische Berücksichtigung der Vertriebenenschicksale.

Tobias Meyer

Landesvorsitzender des Bundes der Vertriebenen in Rheinland-Pfalz

[1] „Der jüdische Nigger Lassalle, der glücklicherweise Ende dieser Woche abreist, hat glücklich wieder 5000 Taler in einer falschen Spekulation verloren… Es ist mir jetzt völlig klar, daß er, wie auch seine Kopfbildung und sein Haarwuchs beweist, von den Negern abstammt, die sich dem Zug des Moses aus Ägypten anschlossen (wenn nicht seine Mutter oder Großmutter von väterlicher Seite sich mit einem Nigger kreuzten).“ Marx an Engels, 1862 (MEW 30, 257)

[2] „Die Zeit des Panslawismus war im 8. und 9. Jahrhundert, als die Südslawen noch ganz Ungarn und Ostreich innehatten und Byzanz bedrohten. […] Es ist kein Land in Europa, das nicht in irgendeinem Winkel eine oder mehrere Völkerruinen besitzt, Überbleibsel einer früheren Bewohnerschaft, zurückgedrängt und unterjocht von der Nation, welche später Trägerin der geschichtlichen Entwicklung wurde. Diese Reste einer von dem Gang der Geschichte, wie Hegel sagt, unbarmherzig zertretenen Nation, diese Völkerabfälle werden jedesmal und bleiben bis zu ihrer gänzlichen Vertilgung oder Entnationalisierung die fanatischen Träger der Kontrerevolution, wie ihre ganze Existenz überhaupt schon ein Protest gegen eine große geschichtliche Revolution ist.“(Karl Marx – Friedrich Engels – Werke, Band 6, S. 165-173)

 

Generationswechsel beim Bund der Vertriebenen Rheinland-Pfalz

Mit der einstimmigen Wahl des 38jährigen Tobias Meyer (Haßloch/Pfalz) zum Landesvorsitzenden des Bundes der Vertriebenen vollzieht der Landesverband einen Generationswechsel.

Dr. Wolfgang Thüne, langjähriger Vorsitzender des Verbands, trat nicht mehr zur Wiederwahl an. Der scheidende Vorsitzende, der die Landmannschaft der Ostpreußen vertritt, wurde von den Anwesenden einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Meyer dankte Dr. Thüne für seine jahrezehntelangen Verdienste um den BdV Rheinland-Pfalz.

Dem dreifachen Familienvater Meyer, der Mitglied der Landsmannschaft der Donaudeutschen ist und dessen Familie nach dem 2.Weltkrieg aus Ungarn vertrieben wurde, wurden mit Valentina Dederer (Kaiserslautern, Landmannschaft der Deutschen aus Russland) und Nikolaus Poppitz (Mainz, BdV) zwei Stellvertreter zur Seite gestellt. Kai Thomas (BdV Germersheim) ist mit der Schriftführung beauftragt. Als Beisitzer fungieren Karl Feller (Gau- Algesheim, Bauernverband im BdV), Nikolai Karheiding (Gustavsburg, Landsmannschaft der Deutschbalten), Konrad Neitzel (Bad Kreuznach, Landsmannschaft Pommern), Prof. Dr. Michael Pietsch (Mainz, Landsmannschaft der Schlesier) und Georg Schmalz (Landau, Landsmannschaft der Deutschen aus Russland).

Der Bund der Vertriebenen vertritt neben den Heimatvertriebenen, die ihre angestammte Heimat nach 1945 verlassen musste, auch die Millionen Deutschen aus Russland, die ab den 1990er-Jahren nach Deutschland gekommen sind. „Aus Erfahrung wissen wir, dass Integration eine Mammutaufgabe ist. Gerne unterstützen wir die Verantwortlichen auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene bei Ihren Bemühungen und bringen uns ein, wo wir gebraucht werden.“, so Meyer.

Darüber hinaus müsse es auch in Zukunft Ziel des BdV sein, an der historischen Aufarbeitung der Vertreibung teilzunehmen. „Wenn in Stadträten – wie in Koblenz geschehen – historisch unsaubere Verknüpfungen zwischen Donauschwaben und Waffen-SS gezogen werden, dann muss sich der Bund der Vertriebenen zu Wort melden.“ Ähnlich sieht Meyer auch die Diskussion über einen landesweiten Gedenktag für die Opfer von Vertreibung, wie es ihn beispielsweise in Bayern oder Hessen bereits gibt. „Hier müssen wir auf die politischen Parteien zu gehen und für die Wichtigkeit des Gedenktags werben.“, so Meyer.

Ein Generationswechsel bringe mit sich, dass man den Blick verstärkt in die Zukunft richten werde. „Den Heimatvertriebenen und ihren Nachkommen kommt eine besondere Verantwortung für die Zukunft zu: Sie haben spüren müssen, wozu Krieg und Unfrieden in Europa und darüber hinaus führt. Insofern werben wir ganz besonders für ein friedliches Europa der Völker“, so der neugewählte Vorsitzende. „Unsere Mitglieder haben auch erfahren müssen, welche totalitären und verbrecherischen Auswirkungen der Marxismus mit all seinen stalinistischen und kommunistischen Facetten mit sich bringt. Unerträglich ist für uns daher, dass nunmehr in Trier eine neue Statue für Karl Marx errichtet werden soll. Das ist eine Verhöhnung der Opfer der kommunistischen Systeme im Osteuropa des 20.Jahrhunderts.“

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Meyer

Landesvorsitzender des BdV Rheinland-Pfalz